Fotos mit Anmerkungen: Thailand und Laos

Freunde, lange nix gehört, wa? Tja, scheint so, als sei ich angekommen in der Fremde. Die Wochen sausen dahin, schon wieder nichts geschrieben, wolltest Du nicht? Interessant auch, dass ich Euer positives Feedback und den Wunsch nach mehr zu einem Druck umwandle, noch origineller, interessanter, witziger und …-er über meine Erlebnisse zu berichten. Davon verabschiede ich mich hiermit und schreibe nur noch zum Spaß. Verdammt noch mal. Weiterlesen

Songkran: Wie man Neujahr bei 38 Grad feiert

Am Wochenende fand in ganz Thailand das Songkran-Fest statt, wo Neujahr gefeiert wird.  Ursprünglich ist das ein Fest der Reinigung, und es ist lange Tradition, sich mit geweihtem Wasser zu übergießen. Über die Jahre ist diese Tradition zu einer gewaltigen, dreitätigen Wasserschlacht mutiert. Was für ein Spaß! Man konnte keine drei Meter aus dem Hotel gehen, ohne klatschnass zu sein und es auch bis zur Rückkehr zu bleiben. Schon Tage vorher konnte man an Straßenständen kleine Eimerchen, wasserdichte Brustbeutel und große, böse Wasserpistolen kaufen. Ich hab mir natürlich auch ne dicke besorgt:

Rambo, geh nach Hause und spiel mit deinen Puppen

Und los geht der Spaß. Es geht darum, alle mit Wasser zu übergießen, die Dir in die Nähe kommen. Das kann sehr freundlich passieren, mit einem kleinen Schluck aus dem Eimer über die Schulter und einem fröhlichen “Happy New Year!” oder sehr fieß mit drei Hektolitern eisgekühltem Wasser aus einer monströsen Wasserpistole, die garantiert gegen internationales Kriegsrecht verstößt. Es gibt Teams, die vor ihrem Haus stehen und jeden übergießen, der vorbeikommt. Oder Teams, die in einem Pickup mit großem Wasserkanister unterwegs sind und jeden übergießen, der vorbeikommt. Oder beides auf einmal:

Das ist vor meinem Hotel und die beiden am Boden arbeiten hier...

Und es gibt marodierende Touristen mit ihren teuren Wasserpistolen, so wie ich. Hier ein Video (nicht von mir), das einen guten Eindruck vermittelt:

Ich würde das auch gerne mal in Berlin feiern, vielleicht nicht zu unserem Neujahrsfest. Es war auf jeden Fall eine tolle Erfahrung, alle wie kleine Kinder zu erleben, und erfrischend war es auch. In diesem Sinne: Frohes neues Jahr!

Die ganze Tour auf einer Karte

Liebe Freunde, ich habe hier eine Karte eingebunden, auf der Ihr meinen ganzen Trip auf einer Google Map nachvollziehen könnt: Die ganze Tour auf einer Karte

Ab morgen habe ich übrigens ein festes Zimmer für die nächsten 2-3 Monate. Und am Wochenende fahre ich in die Hauptstadt von Laos, Vientiane, um mir ein längeres Visum für Thailand zu besorgen. Weitere Berichte bald!

Auch Thais haben den Blues

… und das nicht zu schlecht. Mitten im großen Kalae Bazaar Marktgebäude am Night Market in Chiang Mai hörte ich an meinem zweiten Abend plötzlich eine Blues-Gitarre, die verdammt live klang. Das Gebäude ist wie ein riesengroßes Wellblechdach, unter dem dutzende Markt- und Fressstände aufgebaut sind. Hauptsächlich für Touristen, die hier lokales Kunsthandwerk und originale Markenartikel aus China erstehen können. Nicht der Ort für echte Blues-Musik, auch wenn die Mittelmäßigkeit des Ortes einen schon den Blues bekommen lässt.

Ich fand die Quelle der Musik: Eine Treppe führte auf eine Plattform oberhalb der Marktstände. Über der Treppe hängt ein Banner: “Boy Blues Bar“. Und da oben steht Boy, ein Thai, und spielt eine Hammergitarre. Zusammen mit seinen nicht minder fähigen Begleitmusikern am Bass und Schlagzeug, auch wenn die nur ein Solo pro Abend spielen dürfen. Nein, Boy hat sich hier seine Bar aufgemacht, in der sechs von sieben Abenden der Woche seine Band spielt, die Boy Blues Band natürlich. Und am Gesichtsausdruck von Boy kann man sehen, wieviel Spaß es ihm macht. Egal, ob drei oder 30 Leute zusehen. Seht selbst:

China in Fotos, Teil 2

Wegen des großen Erfolgs jetzt Teil 2 meiner kommentierten Fotos aus China. Zweite Teile sind ja meistens ein durchschnittlicher Abklatsch des ersten, also erwartet nicht zu viel. Aber sehen müsst Ihr ihn trotzdem, sonst wisst Ihr gar nicht, woran Teil 3 anschließt und worauf sich die Teile 4,5 und 6 beziehen, die selbstverständlich chronologisch vor Teil 1 angesiedelt sein werden.

Naja. Hier jedenfalls die Fotos:

Glück auf dem Flughafen

Manchmal erwischt dich das Glück völlig unvorbereitet. Vorhin komme ich aus dem Sicherheitscheck am Flughafen in Seoul, wo ich in einen Flieger nach Chiang Mai umsteige. Und während ich die Rolltreppe hochfahre, höre ich klassische Musik. Aber nicht vom Band, sondern live gespielt. Und drumherum weitere Umsteiger, die genauso beglückt wie ich eine halbe Stunde zuhören. Ich fühlte mich wie der glücklichste Mensch der Welt.

Home away from home: mein kleiner Lautsprecher-Teufel “x-mini II Capsule Speaker”

Was mir vom ersten Tag alleine unterwegs sein ein Gefühl von zu Hause vermittelt, ist meine Musik. Glücklicherweise habe ich kurz vor meiner Abreise noch eine kleine, unscheinbare Box geschenkt bekommen, deren Großartigkeit ich Euch nicht vorenthalten will.

Edit 30.3.2012: Noch weniger vorenthalten möchte ich Euch die Großartigkeit der beiden Schenker, Judith und Waldemar! Möge die Sonne und das Licht immer über Eure edlen Leiber scheinen und mögen Eure wohlgeformten Antlitze diese Welt noch lange verschönern und beglücken.

Der “x-mini II Capsule Speaker” ist ein kleiner, transportabler Lautsprecher, den man per 3,5mm-Klinke an den Rechner, iPod und alle weiteren Geräte anschließen kann. Hier ein Bild:

Er hat einen eingebauten Akku, den man über USB auflädt. Zusammengefaltet ist er eine kleine unscheinbare Kugel, zum Hören wird die Kugel aufgefaltet. Und das kleine Scheißding macht einen Sound, es ist wirklich unfassbar. Wenn es das nicht gäbe, müsste man es erfinden. In meinem Hostelzimmer muss ich die Lautstärke nicht einmal voll aufdrehen, um fetten, guten Sound zu haben, der sogar Bässe richtig voll wiedergibt. Der Akku hält mehrere Stunden, das Ding ist schön und man kann mehrere aneinanderschließen, um noch lauter zu werden. Leute, wenn Ihr für den Park oder den Urlaub eine kleine Box braucht, kauft Euch dieses Teil! Ich habe nichts besseres gesehen, und der Preis ist lächerlich. Hier kaufen und Patti 5% Provision kassieren lassen: www.amazon.de

Wie es sich anfühlt, ein Alien zu sein

Was jedem fremdenfeindlichen Menschen in Deutschland guttun würde, ist, in China permanent angestarrt zu werden. Und während ich das aufschreibe, fotografiert mich sogar einer. Stellt sich mit seiner Spiegelreflexkamera zwei Meter vor mich, gibt vor, die Natur zu fotografieren, und als ich wegschaue, macht es klick und sein Objektiv zeigt genau auf mich. Dann nimmt er Reißaus.

Gerade ist er nochmal vorbeikommen. Diesmal habe ich ihn fotografiert, worauf er sofort seine Kamera in Anschlag bringt und zurückfotografiert. Aber diesmal lachen wir beide und er zeigt mir sein Foto. Die haben hier sowas von einen an der Schüssel.

So Freundchen, wenn dich meine Privatsphäre nicht kümmert, kümmert mich deine auch nicht:

Der chinesische Stalker-Park-Fotograf. Offenbar hat er das schon öfter gemacht, so professionell schnell hat er den Arm hochgerissen.

Kurze Gedanken über viele Menschen und Fotos

Freunde, ich hab in meinen 2,5 Wochen China soviel Eindrücke gesammelt und kann doch gar nicht sagen, dass ich besondere Dinge gemacht habe. Im Hostel gesessen und gearbeitet, ein bisschen in Shanghai rumgelatscht, Billard gespielt, mich mit Couchsurfern getroffen, am St. Patrick’s Day einen über den Durst getrunken usw. Aber jede Banalität wird hier zum Abenteuer.

Eine Sache ist mir doch aufgefallen: Hier wird alles von Menschen gemacht und wenig von Maschinen. Weil es einfach so verdammt viele gibt und daher menschliche Arbeit billiger ist. Ich bin jetzt z.B. in Hangzhou, einer kleineren Stadt mit gerade mal 7 Millionen Einwohnern. Und weil sie so viele sind, kann man überall einen Menschen hinstellen: überflüssige, uniformierte Durchwinker, Strenggucker und Trillerpfeifer überall, die faktisch keinen Nutzen haben außer die fragwürdige Präsenz des Staates zu zeigen. In jedem Restaurant arbeiten fünf Leute, wo in Deutschland zwei Leute von einem entspannten Dienst sprechen würden. Wo in Deutschland ein Automat steht, steht hier ein Mensch. Oder noch besser, ein Automat und ein Mensch, der den Leuten erklärt, wie der Automat funktioniert. Oder auch schön an der Mautstation: Man wird von einem Menschen bedient, der aber nicht selbst spricht, sondern von einer Automatenstimme ersetzt wird. Der Mensch nimmt nur Geld entgegen und winkt durch.

So, jetzt die Fotos:

10 Tage China in Zahlen

  • das Bierwürfelspiel “Tell a lie” gespielt: 1x
  • dabei Biere getrunken: 8
  • Hühnerfüße gegessen: 1
  • Billardsalons kennengelernt: 2
  • geflogen: 5x
  • in Stewardessen verknallt: 7x
  • Stewardessen geheiratet: 0
  • zum Essen eingeladen worden: 6x
  • bei McDonalds gegessen: 3x
  • bei KFC gegessen: 1x
  • für einen Cappuccino bezahlt: 7,- Euro
  • Visitenkarten verteilt: ca. 40
  • Visitenkarten erhalten: ca. 40
  • Anzahl Hände bei der Übergabe von Geld und Visitenkarten verwendet: 2
  • vorm in der Dusche Ausrutschen gewarnt worden: 10x
  • in der Dusche ausgerutscht: 0x
  • außerhalb der Dusche vorm Ausrutschen gewarnt worden: ca. 100x
  • außerhalb der Dusche ausgerutscht, ohne vorher gewarnt zu werden: 1x
  • mit Messer und Gabel gegessen: 3x
  • es weniger komfortabel gefunden als mit Stäbchen: 1x
  • auf die Straße spuckende Chinesen erwartet: 1,3 Milliarden
  • auf die Straße spuckende Chinesen gesehen: 1
  • Hunde gesehen: 3
  • Hunde gegessen (soweit ich weiß): 0
  • von Überwachungskameras fotografiert worden (gefühlt): 28x
  • mit Blitz: 23x
  • letzte bekannte Langnase verabschiedet: 1
  • seitdem vergangene Stunden: 5
  • euphorische Anfälle seitdem: 1

Ab heute geht’s los, Leute!